Mobile First – Was gibt es zu beachten?
von Alexander Sehner


Mobile First ist das Motto des diesjährigen Google Performance Summits. Mobile Werbung hat in den vergangenen Jahren stetig an Bedeutung gewonnen und mittlerweile in Summe sogar den Desktop-Traffic in Suchmaschinen wie Google oder Bing überholt. Google selber sorgte im vergangenen Jahr zudem dafür, dass Website-Betreiber Ihre Seiten nun auch Mobil optimieren müssen, um weiterhin gut gefunden zu werden.

So kündigte Google nämlich im vergangenen Jahr an, dass ab dem 21. April 2015 auch die Optimierung für Mobile Endgeräte als Rankingsignal für die organische Suche in Google gilt. Hat man seine Seite bis dahin nicht Mobil optimiert, so hat man definitiv an organischem Traffic einbüßen müssen.

Warum ist Google diesen Schritt gegangen?

Bei Google steht vor allem die Zufriedenheit des Suchenden im Vordergrund. Google möchte seinen Usern im Idealfall immer genau das bieten, was diese gerade suchen. Dabei wird nicht nur zwischen „mobilen“ und „nicht mobilen“ Anfragen unterschieden, sondern es gibt auch eine Vielzahl weiterer Kriterien nach denen Google die Nutzer-Erfahrung mit einer Zielseite bewertet.

Webmaster-Richtlinien Mobile Optimierung
Richtlinien für Webmaster – Google

Da die Zahl der mobilen Suchanfragen von Jahr zu Jahr so rasant steigt, ist es für Google unabdingbar gewesen, auch die Mobile Nutzer-Freundlichkeit als Ranking-Kriterium mit aufzunehmen.

Es gibt diverse Studien(bspw ARD/ZDF-Onlinestudie), die belegen, dass bereits weit über 22% der Deutschen das Internet über Mobilgeräte mindestens täglich nutzen. Bei der jüngeren Generation von 14 – 29 Jahre liegt der Anteil mit 49% deutlich höher.

Was bedeutet Mobile First für uns?

Erst vor einigen Monaten gab es eine große Änderung in Adwords, die zur Folge hatte, dass die Anzeigen am rechten Rand weggefallen sind. Wie sich herausstellte hatte dies zum Ziel, dass Konsistenz in der Auslieferung auf verschiedenen Device geschaffen werden sollte. So gab es nämlich in der mobilen Ansicht der Suchergebnisse bereits keine Anzeigen am rechten Rand mehr.

Auf der „Google Performance Summit“ wurde die anstehende Veränderung der Text Anzeigen als größte Veränderung der Text Anzeigen seit der Einführung von Adwords im Oktober 2000 bezeichnet. Aber die Text Anzeigen sind nicht die einzige Änderung die in Adwords auf uns zu kommt in diesem Jahr. Es wird auch neue Display-Ads und diverse weitere Änderungen geben, die wir euch im folgenden einmal zusammen gestellt haben:

Expanded Text Ads

Die neuen erweiterten Text Anzeigen sind für die am meisten verwendeten Smartphones optimiert und bieten den Werbetreibenden mehr Platz um bereits vor dem Klick auf die Anzeige zusätzliche Informationen zu ihren Produkten und Dienstleistungen zu zeigen.

 

Erweiterte Text Anzeigen Beispiel
Beispiel: Erweiterte Text Anzeigen

 

Wer sich mit Adwords auskennt weiß, dass dies in erster Linie bedeutet, dass man auf Position eins die Konkurrenz auf Position 2 und 3 möglicherweise komplett aus dem sichtbaren Bereich verdrängt und man so im Idealfall die Klick-Rate erheblich steigert.

 

Updates Aktuell Änderung
Mehr Titelzeilen Max. 25 Zeichen pro
Titelzeile
 2 mal max. 30 Zeichen pro Titelzeile
Längerer
Beschreibungstext
Zwei Textzeilen mit
jeweils max. 35 Zeichen
Eine Textzeile mit 80 max.
Zeichen
Automatische
Display-URL
Die Komplette Display-URL ist
anpassbar
Der Domainname wird
automatisch eingesetzt.
Nur das Verzeichnis lässt
sich Zukünftig noch anpassen.

 

Responsive Display Anzeigen

Über Mobile Anzeigenformate ist es Werbetreibenden möglich von Bannern über Videos bis hin zur Auslieferung in Apps, Ihre Unternehmen auch auf mobilen Endgeräten zu positionieren und so ihre Zielgruppe zu erreichen.

Responsive Display Anzeigen passen sich dem Inhalt der Websites oder Apps an, auf denen sie im Google Display Netzwerk geschaltet werden. Über dieses intelligente Native Anzeigenformat kann durch eine Wahrnehmung der Anzeigen als Teil des Contents die Interaktionsrate mit den Anzeigen stark gesteigert werden.

Man stellt einfach eine Titelzeile, einen Beschreibungstext ein Bild und eine URL zur Verfügung und Google entscheidet dann intelligent, welches Anzeigenformat den User auf der entsprechenden Website am Besten anspricht.

Responsive Display Anzeigen
Beispiel: Responsive Display Anzeigen

Darüber hinaus erweitert Google die Reichweite des Google Remarketings auf weitere Inventare, so können Ihre Nutzer zukünftig auf noch mehr Websites von Ihren Retargeting Werbemitteln verfolgt werden.

Gebotsanpassungen

Auch die Gebote bleiben im Zeitalter von Mobile First nicht unbeachtet. So ist es zukünftig möglich die Gebote für einzelne Geräte festzulegen und dann für die übrigen anzupassen. Dabei beschränkt sich die Anpassung nicht nur auf Mobile und Desktop, sondern es gibt auch die Möglichkeit Gebote für Tablets entsprechend anzupassen.

Auf diesem Weg kann man bspw. auch ein anderes Gerät als den Desktop-Rechner als führendes Gerät bei den Gebots-Anpassungen bestimmen.

Darüber hinaus ist man nun nicht mehr so stark limitiert, was die Gebotsanpassungen angeht, sondern hat nun die Möglichkeit Gebotsanpassungen Gerätebasiert auf bis zu 900% einzustellen.

 

Local Search Ads

Zukünftig bieten Local Search Ads die Möglichkeit auch direkt in Google Maps Werbung zu schalten. So ist es Betreibern von lokalen Ladengeschäften möglich, immer mehr Kunden in Ihre Läden zu leiten.

Die Möglichkeiten der Bewerbung teilen sich dabei in 2 Bereiche auf. Zum einen die „Hervorgehobenen Pins“ und zum anderen so genannte „Visitenkarten“ oder auch „Business Cards“.

Die Hervorgehobenen Pins ermöglichen es Werbetreibenden die Pins ihrer Ladengeschäfte in Google Maps in Ihr Firmenlogo umzuwandeln, um auf diesem Weg die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden auf sich zu lenken.

Beispiel: Lokale Suchanzeigen
Beispiel: Lokale Suchanzeigen

Das interessante hierbei ist, dass man gar nicht erst nach etwas suchen muss, sondern dass der Pin automatisch auftaucht, sobald der entsprechende Kartenausschnitt in Google Maps aufgerufen wird. So wird er unter anderem auch gezeigt, wenn ein User sich während der Routenplanung an dem Ladengeschäft vorbei bewegt.

Die so genannten Business Cards ermöglichen es einem Unternehmen, in Ihrem Auftritt auf Google Maps Banner zu schalten, um potenzielle Kunden endgültig davon zu überzeugen in das Ladengeschäft zu gehen.

Mobile Measurement

Es war ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis auch Google die Möglichkeiten von Beacons für Ihre Zwecke nutzt und diese einsetzt, um Besucherzahlen und die Wirkung von mobilen online Traffic auf Lokale Ladengeschäfte Cafes und Restaurants zu messen.

Beacons nutzen die so genannte Bluetooth Smart Technologie die nach dem Sender Empfänger Prinzip funktioniert. Diese Technologie wird in nahezu allen aktuellen Smartphones verwendet und sorgt dafür, dass Mobiltelefone als Empfänger Agieren und so Signale, welche von Beacons aus gehen empfangen können.

Beispiel Beacon Funktionsweise
Beispiel: Beacon Funktionsweise

Man kann diese Nachrichten die von einem Beacon versendet werden u.a. auch dazu nutzen, einen Handynutzer darauf aufmerksam zu machen, dass es grade im dritten Stock des Kaufhauses, in dem man ist, eine tolle Aktion gibt.

Google kann diese Beacons wiederum dazu nutzen, um heraus zu finden, ob ein Handy-User vor kurzem die Auf Google Maps nach einem Unternehmen gesucht hat (Interaktion mit der Google Maps App).

Man kann also sagen, dass Beacons eine Digitale Verbindung von einem lokalen Ladengeschäft zum eigenen Internetauftritt ermöglichen.

zum Mitnehmen

Wir empfehlen unseren Kunden und auch unseren Partnern, die in Adwords Aktiv sind, sich so bald wie möglich auf das Mobile First Update vorzubereiten. Besonders die Tragweite neuer und veränderter Anzeigenformate können sonst von einem Tag auf den anderen einen riesigen Aufwand bedeuten.

Nutzen Sie die Zeit bis zu dem nächsten Mobile First Update um sich damit auseinander zu setzen, was sich ändert, und sich genau darauf vorzubereiten.