GOOGLE CORE UPDATE DEZEMBER 2020
von Jana Gerigk


Zum Jahresende hat Google die SEOs und Online-Marketer überrascht: Im Dezember wurde ein neues offizielles Core Update veröffentlicht. Kleine Veränderungen am Algorithmus gibt es oft,Updates dieser Größe sind seltener. Nach Mai und August 2020 ist es das Dritte in diesem Jahr – und es hat die Suchergebnisse ordentlich durcheinander gewürfelt.

Was ist da passiert?

Bisher vermittelt das aktuelle Core Update ein unklares Bild: Die SEO-Community ist sich jedoch einig, dass es nicht auf spezifische Rankingfaktoren abzielt. Wie schon bei den großen Updates im Mai und August 2020 vorher geht es vielmehr darum, den Zugriff eines Nutzers auf für ihn relevanten Content zu erleichtern – auch um der eigenen Vision besser gerecht: Jedem Nutzer zu jeder Zeit und an jedem Ort die beste Antwort auf seine Suchanfrage zu präsentieren.

Daher gehen Updates am Kern des Google-Algorithmus in der Regel mit einer Neubewertung des vorhandenen Contents einher. Ziel ist es, die Inhalte besser zu verstehen und bezüglich der Nutzerabsichten einzuordnen. Statt Seiten aktiv auf- oder abzuwerten, verteilt Google die verfügbare Sichtbarkeit innerhalb seiner Suchmaschine um. Erneut haben die E-A-T-Richtlinien einen großen Anteil. Fachwissen (Expertise), Autorität (Authoritativeness) und Vertrauenswürdigkeit (Trustworthiness) bilden die Kernelemente, mit denen Google die Qualität und Relevanz einer Webseite beurteilt.

Wo zeigen sich die Auswirkungen des Updates?

Die bisherigen Effekte – positiv wie negativ – lassen sich besonders in den Branchen Finanzen und Gesundheit erkennen, also Seiten mit meist sensitiven YMYL-Inhalten (Your Money, Your Life). Weiterhin betroffen sind Lexika und Wörterbücher, die mehrheitlich in den Suchergebnissen abgerutscht sind – und das mit Ankündigung aus den letzten Updates im Mai und August. Aus Sicht von Google werden sie in vielen Fällen kaum mehr der Suchintention der Nutzer gerecht. Das gilt ebenso für Zeitungen und Magazine, wenn die Publisher generische Rankings fernab ihres thematischen Schwerpunkts erzielen wollten.

Das Google Core Update zielt jedoch nicht auf spezielle Seiten oder Content-Bereiche ab. Dass es in allen Branchen Gewinner wie Verlierer gibt, zeigen z.B. Jobportale und berufliche Netzwerke: So konnte LinkedIn deutlich an Sichtbarkeit zulegen, während der kleinere deutsche Konkurrent XING verloren hat. Hier wird ebenso deutlich, dass Domains nicht als Ganzes durch das Update „bestraft“ oder „belohnt“ wurden. So sank die Sichtbarkeit von Unternehmensprofile auf XING, Profile von Privatpersonen stiegen an (Quelle Sistrix: https://www.sistrix.de/news/core-update-dezember-2020-googles-weihnachtsgeschenk).

 

Eine abschließende Beurteilung des Core Updates wird voraussichtlich erst im Januar möglich sein, wenn sich die Suchergebnisse beruhigt haben. Dann wird man sehen können, was genau und warum geändert wurde.

Was ist jetzt zu tun?

Das Zauberwort heißt Content, Content und Content. Er wird auch in Zukunft essenziell sein, wenn man in den oberen SERPs mitspielen will. Google selbst sagt zwar, es ginge weniger darum, „low quality“ Webseiten abzuwerten. Nur ist das zu kurz gegriffen: Content aller Art hilft dem Algorithmus, eine Webseite zu verstehen. Nur dann kann er einschätzen, wie relevant sie in Bezug auf die Suchanfragen der Nutzer ist.

Dabei geht es natürlich nicht um irgendwelchen Content. Wichtig bleiben qualitativ hochwertige und einzigartige Inhalte. Google hat dazu einen eigenen Guide veröffentlicht: https://developers.google.com/search/blog/2019/08/core-updates

Dort sind Fragen aufgelistet, die sich Webseitenbetreiber im Hinblick auf ihren Content stellen sollten. Darin geht es vor allem um die bereits erwähnten E-T-A-Richtlinien, wie z.B.:

  • Wurde der Inhalt für den Nutzer produziert oder ausschließlich für das Ranking in der Suchmaschine?
  • Beantwortet er die wichtigsten Nutzerfragen und bietet einen substanziellen Mehrwert?
  • Präsentiert der Inhalt eine vollständige und umfassende Beschreibung des Themas?
  • Ist der Inhalt vertrauenswürdig, z.B. durch Quellennachweise, Informationen über den Autor oder die Webseite, die den Inhalt veröffentlicht, Belege für Fachwissen?
  • Wurde der Inhalt gut produziert oder wirkt er hastig?
  • Wurde er von einem Experten geschrieben oder erscheint er als „Massenware“?
  • Wirkt die Webseite, auf der der Inhalt erscheint, vertrauenswürdig und/oder kann weithin als Autorität in diesem Gebiet angesehen werden?
  • Würde man diese Inhalte weiterempfehlen oder mit Freunden teilen?

 

Wer sich daran orientiert, wird mit vorderen Plätzen in den Suchergebnissen belohnt und wird sich dort langfristig halten können.