Cookie Bars korrekt einsetzen
von Alexander Sehner


Die DSGVO Richtlinien korrekt umzusetzen, ist für viele Unternehmen ziemlich kompliziert

Im Rahmen der DSGVO und den damit wachsenden Ansprüchen an die Visualisierung der datenschutzrechtlichen Vorgaben, müssen sich Unternehmen für ihre Onlinepräsenz (Webseite oder App) mit dem korrekten Einsatz von Cookie Bars auseinandersetzen. Dieser Prozess ist häufig ein deutlich unterschätzter Prozess. Von freien Datenschutzbeauftragten erhält man häufig unterschiedliche Informationen.

Rahmenbedingungen, die für den einen Datenschutzbeauftragten korrekt sind, sind für den Nächsten ein absolutes No-Go. Die Digital-Verantwortlichen im Unternehmen sollten sich am Ende nach dem unternehmenseigenen Datenschutzbeauftragten richten, da er im Zweifel den Prozess und die Datenerhebung zu vertreten hat.

Wir als Dienstleister stehen unseren Kunden im Zuge der technischen Beratung und zudem bei der Implementierung einer Lösung zur Seite, dürfen jedoch nicht rechtlich beratend tätig sein.

 

Was ist eine Cookiebar?

Eine Cookiebar oder auch ein Consent Management Tool wird dazu eingesetzt, die Marketing- und Datenstrategie mit datenschutzrechtlichen Anforderungen in Einklang zu bringen. Das Feature muss jederzeit flexibel anpassbar sein, denn der Webseitenbetreiber übernimmt die rechtliche Verantwortung für das, was auf der Webseite in welcher Form gemessen wird und wie mit diesen Daten umgegangen wird.

Die Cookiebar erscheint dem Besucher zum ersten Mal, wenn eine Seite oder eine App besucht wird. Dort gibt man einem Unternehmen bzw. einem Website Betreiber die Möglichkeit zu entscheiden, mit welchen Trackern in welcher Form der User seine Informationen teilen möchte.

 

Was gilt es zu beachten?

Neben der DSGVO-Konformität sollte eine Cookiebar den Nutzer nicht mit Informationen erschlagen sondern eher dazu dienen, den Nutzer darüber aufzuklären welcher Dienstleiser sich das Unternehmen bedient, was gemessen wird und warum es für das Unternehmen und auch den Nutzer wichtig sein könnte, dass diese Informationen erhoben werden.

Detaillierte Informationen und granulare Einstellungsmöglichkeiten sind wichtige Voraussetzungen für eine gültige Nutzer Einwilligung. Alle Datenverarbeitungsdienste (Google Analytics, Criteo, Facebook Pixel, etc.), die auf der Website oder App im Einsatz sind, können daher einzeln hinzugefügt und verwaltet werden.  Auf diesem Weg baut man Vertrauen bei den Nutzern auf, anstatt sie zu überfordern.

 

Was für Probleme kann es bei der Integration geben?

Während die Cookie Bars hinsichtlich ihrer Akzeptierungsrate immer stärker Performance optimiert werden, erhält oft die Funktionalität der Cookiebar selbst häufig zu wenig Aufmerksamkeit. Dabei gibt es hier eine Vielzahl von Möglichkeiten für dass, was und wie nach einem Klick auf „Akzeptieren“ geschieht. Hier sind die gängigsten drei Varianten zusammengefasst:

  1. Nach dem Klick auf den Akzeptieren Button wird die Seite inkl. aller akzeptierten Cookies neu geladen.
  2. Nach dem Klick auf den Akzeptieren Button werden die Cookies erst geladen, wenn man auf die nächste Unterseite wechselt.
  3. Nach dem Klick auf den Akzeptieren Button werden die Cookies nachgeladen, ohne dass die Seite neu geladen wird.

Wenn man sich ein bisschen mehr mit den gängigen Tracking Systemen beschäftigt hat, erkennt man, dass es hier in zwei von drei Fällen ein Trackingproblem geben könnte.

In den ersten beiden Varianten könnte das eingesetzte Tracking-Tool (bspw. Google Analytics) die Herkunft des ursprünglichen Klicks verlieren und den gesamten Traffic und Conversions bzw. den Umsatz neuer Nutzer dem Kanal „Direct“ zuordnen. Lediglich in der dritten Variante wird der Traffic korrekt dem Kanal zugeordnet.

Wir bei SCOOP haben aufgrund der hohen Nachfrage und den Konsequenzen für das Tracking bei unseren Kunden verschiedene Cookie Bars gescreent. Dabei sind uns die Anbieter usercentrics und borlabs positiv aufgefallen.

Interessant zu sehen war für uns zudem, dass sich die Anbieter der Varianten 1 und 2 anscheinend nicht mit dem dahinter stehenden Tracking selbst auseinandergesetzt haben. Was bringt eine Cookie Bar, die nach dem Akzeptieren unkorrekte Daten an das Webabalytics-Tool übergibt? – Richtig! Fehlerhafte Daten aus denen dann ggf. falsche strategische Entscheidungen resultieren.

Aufgrund unserer gemachten Erfahrungen mit usercentrics haben wir uns dazu entschlossen eine Partnerschaft miteinander einzugehen.

 

Usercentrics official partner

 

Benötigen Sie auch Hilfe bei dem korrekten Einsatz einer Cookiebar?

Abschließend kann man sagen, dass man sich genau über die Funktion von Cookiebars in Bezug auf die eigenen unternehmensspezifischen Ansprüche informieren sollte, bevor man diese in die eigene Seite oder die App einbaut. So ein Projek muss gut durchdacht werden und nicht durch blinden Aktionismus geprägt sein. Gerne beraten wir Sie hierzu individuell.